Geld veruntreut – Stadt sträubt sich gegen Kündigung
Eine Mitarbeiterin veruntreut 400 000 Euro und weigert sich beharrlich, die Ermittlungen zu unterstützen oder mit Stadt, Staatsanwaltschaft oder Polizei in irgendeiner form zusammen zu arbeiten. Ein klarer Fall, die Kündigung ist nur noch Formsache – sollte man zumindest meinen.
Keine Kündigung?
Doch weit gefehlt, die Stadt Dortmund lässt die Mitarbeiterin, die genau diese Summe im Rahmen ihrer Bürgerdienste in Hombruch veruntreute weiter im Amt. Nun kündigte Oberbürgermeister Ullrich Sierau an, dass man eine Aufhebungsvereinbarung möglicherweise vereinbaren könne. Mit diesem seichten Lösungsmodell erntete Sierau im Ältestenrat viel Kopfschütteln, bedeutet dies doch, dass man sich mit der Mitarbeiterin im gegenseitigen einvernehmen trennen würde. Keine Rede also von einer Strafe in Form einer fristlosen Kündigung. In Augen aller sieht diese Herangehensweise aus, als wolle man sich vor einer aufsehenerregenden Kündigung schützen und stattdessen lieber in aller Stille einen Auflösungsvertrag herbeiführen. OB Sierau begründet seinen überraschenden Vorschlag indes damit, dass man bereits in der Vergangenheit mit Anträgen auf eine fristlose Kündigung vor dem Verwaltungsgericht gescheitert wäre.
Langwieriges Verfahren
Wie diese beinahe absurde Diskussion in der nächsten Zeit weitergeht, kann momentan nur spekuliert werden, da man sich von städtischer Seite aus nicht zu einem laufenden Verfahren äußern wolle.
Ursprung des ganzen Vorfalls ist der Betrug der Frau, die angeblich den riesigen Betrag von 400 000 Euro aus unterschlagenen Gebührengeldern angespart hatte und diesen in Häuser, Autos, Pferde und ihre Kinder investiert hatte. Nachdem sie im letzten Jahr innerhalb der Bürgerdienste versetzt wurde, flog ihre Straftat auf. Nun muss sie sich vor Polizei, Staatsanwaltschaft, Rechnungsprüfungs- und Personalamt verantworten.









