So war das Westend Festival 2011
Mit instrumentaler Kraft und absolut hochwertiger Musik weit ab vom allseits Bekannten, ließ man das Westens-Festival 2011 im FZW Dortmund nach vier Tagen ausklingen. Man verließ sich ganz auf den Klang von Gitarrensaiten und Co. So sorgten die Bands Mogwai, Bohren & der Club of Gore und auch Long Distance Calling für eine reiche Beschallung, ganz ohne Gesang.
Zum Mitsingen waren die zahlreichen Zuschauer eher nicht animiert und wurden doch eingehend beansprucht mit Hilfe von vibrierendem Bass, mit dem Long Distance Calling ihre Show begannen. Rockig und zum Teil gar esoterisch traten die Münsteraner auf und gaben Auftakt zu einem langatmig anmutenden Abend mit Stücken, die sich über sieben Minuten und mehr hinweg zogen und einzig durch eingearbeitete Soli Akzente und Höhepunkte setzten.
So ging es melodisch und teilweise sehr speziell auf der Bühne zu. Bohren & der Club of Gore ließen diese nur durch einzelne Lichtkegel erhellen und boten dem Publikum ein reiches Repertoire aus skurrilen, sphärischen Klängen.
Domjazz nennt sich die Musik um Morden Gass, während die Band selbst ihre Werke als Musik für all diejenigen bezeichnet, “die sich keinen Arzt ihres Vertrauens mehr leisten können”.
Mit ein paar Gesangseinlagen zeigte sich zuletzt Mogwai, die jedoch verzerrt und technisch verfremdet zu den Zuhörern gelangten. Aber das gemeinsame Wirken von Bass, Keyboard und Technik können hier einen ganz eigenen, starken Ausdruck aufbauen, der gelegentlich von einem Geiger ergänzt wird. Auch Bildsprache kommt auf der Leinwand in Form von abstrakten Animationen oder geometrischen Figuren zum Einsatz, um mit optischen Akzenten das Musikerlebnis abzurunden.
So fand der Band mit Lichtern, Bassklängen und eindringlichen Rhythmen ein Ende. Etwa 4000 Zuschauer fanden sich hier ein und auch in kommenden Jahren wolle man am Konzept des Speziellen festhalten.